Mountainbikepark Pfälzerwald mit neuer Premium Bike TrailTour

Trippstadt/Pfalz. — Ende August fand in Trippstadt/Pfalz die Übergabe der Zertifzierungsurkunde „PREMIUM BIKE TRAIL TOUR“ durch Vertreter der Deutschen Initiative Mountainbike e.V. (DIMB) an den Mountainbikepark Pfälzerwald e.V. statt. Der Vorsitzenden des MTB e.V., Bürgermeister Werner Becker, nahm die Urkunde im Haus der Nachhaltigkeit von der DIMB entgegen.

Anlass war eine Optimierung der Tour 4 des Mountainbikeparks Pfälzerwald, die unter den Aspekten Sicherheit, Wildschutz und Attraktivitat hinsichtlich des Singletrailanteils verbessert wurde. Dazu zählte auch die Anbindung von Burg Frankenstein in Frankenstein. Damit waren schließlich auch die Voraussetzungen geschaffen, den hohen Anforderungen der DIMB an eine Premium-Mountainbikestrecke zu entsprechen.

Die neue Tour 4 erfüllt diese Anforderungen als bisher zweite Premium Bike TrailTour in Deutschland. Neben der Tour 4 des Mountainbikepark Pfälzerwald gibt es bisher nur eine weitere TrailTour (Mömlingen) in Deutschland mit dieser Auszeichnung. Aufgrund der vorgenommenen Änderungen an der Tour 4 hat das Landesamt fur Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz in Koblenz in Zusammenarbeit mit dem Mountainbikepark Pfälzerwald zudem eine Neuaufage der Topographische Karte „Mountainbikepark Pfälzerwald“ (1:50.000) herausgegeben.

Mit Zustimmung der zu beteiligenden Behörden, Verbänden und Institutionen konnte die Tour 4 inzwischen neu markiert werden. Auf der neuen, optimierten Version der Tour 4 erwarten den Mountainbiker über 25 Prozent, umgerechnet mehr als 17 Kilometer, „Singletrails“. Höhepunkte der Tour sind beispielsweise die Weltachse, der Trail von der Schwarzsohl bis hinab ins Leinbachtal oder die Aussicht von der Frankensteiner Burg ins Tal. Circa 63 Kilometer stehen am Ende auf dem Tacho und dabei wurden dann um die 1.400 Höhenmeter überwunden.

Der Pfälzerwald ist das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Fast ursprüngliche Wälder, bizarren Felsformationen, tiefe Täler mit verstreut liegenden Dörfer sowie Höhenrücken mit uralten Burgen sind typisch fur diese Region. Der Pfälzerwald ist Teil des deutsch-französischen Biospharenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen.

Nach dem Motto „Natur erleben und gleichzeitig erlebbar machen“ wurde ein Konzept zur Erschließung der Region erstellt. Auf Grund der Größe des Gebiets entdeckt man Natur und Landschaft am besten mit dem Rad. Der Mountainbikepark Pfälzerwald e.V. hat insgesamt 5 Mountainbiketouren konzipiert, vor Ort ausgeschildert und zusatzliche Informationen im Internet bereitgestellt. Die Routen haben eine Gesamtlänge von uber 300 km, durch die Topografie des Pfälzerwaldes entstehen abwechslungsreiche Höhenprofile.

Die 5 Rundtouren konnen auch so aufgeteilt werden, dass in Länge und Anspruch variable Touren entstehen. So steht fur Anfänger, aber auch fur den ambitionierten Mountainbiker, ein attraktives Angebot bereit. Durch die Streckenbeschilderung mit Farbcodierung können die Schwierigkeitsstufen der voraus liegenden Streckenabschnitte eingeschätzt werden.

Mit Hilfe des Internets (www.mountainbikepark-pfaelzerwald.de) kännen die Touren vorab geplant werden. Neben der Länge und dem Höhenprofl der einzelnen (Teil)Strecken, kann auch der jeweilige Wegbelag und natürlich auch die Einkehrmöglichkeiten abgerufen werden. Überdies stehen noch GPS-Daten zum Download bereit.

Die Deutsche Initiative Mountain Bike e.V (DIMB) hat schon im letzten Jahr begonnen, besonders gelungene, ausgeschilderte Bike-Strecken auszuzeichnen und unter dem Begriff „Premium-Biketrails“ zusammenzufassen. Neben den schon bekannten Flowtrails vergibt die DIMB seit 2013 auch die neuen „Tour“-Siegel oder „TrailTour“-Siegel.

Premium-Auszeichnungen fur geprüfte Touren sind im Wandersport schon seit vielen Jahren bekannt und ein anerkanntes Auswahlkriterium bei der Streckenwahl. Einen ähnlichen Standard will die DIMB, mit über 70.000 Mitgliedern Deutschlands größte Interessenvertretung fur Mountainbiker, nun auch im MTB-Sport etablieren.

Mit der anspruchsvollen Zertifzierung setzt die DIMB dabei neue Maßstabe für Sportler und Hobbyfahrer. Gleichzeitig ergeben sich interessante Chancen fur den Tourismus. DIMB geprüfte Strecken konnen Mountainbiker gezielt in Urlaubs- und Freizeitregionen locken. „Unsere Siegel sind ein Garant fur Fahrspaß und Qualitat“, so Peter Scherzer, der bei der DIMB fur die „Premium-Biketrails“ verantwortlich zeichnet.

Die Mindestanforderungen fur eine Zertifzierung sind für die zwei verschiedenen Streckentypen klar defniert. Eine Strecke der Kategorie „Tour“ muss beispielsweise eine Mindestlange von 25 Kilometern aufweisen, dabei dürfen maximal zehn Prozent der Streckenlange mit einer anderen zertifzierten Tour überlappen. Eine DIMB „Tour“ darf den Namen aber nur dann führen, wenn der Trail- und Erlebnisweganteil größer als zehn Prozent ist. Für die Vergabe des DIMB „TrailTour“-Siegels hingegen muss der Trail- und Erlebnisweganteil sogar bei über 25 Prozent liegen.

Hinzu kommen für die beiden Tour-Typen zahlreiche weitere Kriterien wie Streckendramaturgie, Landschaftserlebnis, Sehenswürdigkeiten, Beschilderung und Gastronomie. Außerdem müssen die Strecken ausführlich mit Kilometer- und Höhenangaben, Höhenprofl und Schwierigkeitseinstufung im Internet beschrieben und ausdrucksfähig aufbereitet sein.

Da sich Fahrspaß in erster Linie über den Abwechslungsreichtum von Landschaft und Fahrstrecke definiert, müssen auch Belohnungen nach Bergaufpassagen vorhanden sein. Das können zum Beispiel spektakulare Ausblicke sein. „Einfach nur eine Forstpiste hoch und wieder runter zu fahren, erfüllt nicht die Kriterien einer zertifzierungswürdigen Mountainbikestrecke. Auf unseren Premium-zertifzierten Touren wissen Mountainbiker genau, dass sie nicht enttäuscht werden – und dass sich die Anfahrt auch wirklich lohnt,“ so Peter Scherzer von der DIMB.

Auch Städten und Gemeinden bieten die DIMB „Premium-Biketrails“ große Vorteile. Sie können Mountainbiker durch hochqualitative Spassangebote gezielt anlocken, aber auch bewusst lenken. So können Brennpunkte auf abschüssigen Wanderwegen zum Beispiel von vorneherein vermieden werden. Außerdem bieten sich weitere Vermarktungsmöglichkeiten an. Die „Tour“- und „TrailTour“-Siegel gelten für jeweils drei Jahre, danach ist eine neue Prüfung erforderlich.

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